Chapter Text
Mit gesenktem Kopf folgt Bucky seinem Meister in den Bus. Es ist nur noch ein Platz frei und sofort stellt sich Bucky nach hinten, um ihn Steve zu überlassen.
Komfort ist für Meister und freie Leute. Sklaven dürften nicht einmal sitzen, wenn sie allein im Bus mit ihren Meistern wären.
Mit einem Lächeln in seine Richtung setzt sich Steve auf den Platz. Er scheint den Nachbarn zu kennen, denn sofort unterhalten sich er und der dunkelhaarige Junge.
Unsicher, was er tun sollte, bleibt Bucky direkt hinter seinem meister stehen und sieht zu Boden. Hin und wieder hört er die beiden jungen Männer lachen und kichern.
"Das ist also dein Sklave, von dem du mir erzählt hast?", bemerkt der Dunkelhäutige Bucky.
"Ja genau. Komm her, James", befielt Steve freundlich.
Bucky gehorcht sofort und bewegt sich neben seinen Besitzer. Dafür muss er aber die Stange loslassen und gerät aus dem Gleichgewicht.
Schwankend versucht Bucky sich zu retten. Aber als sich ein freier Mann von hinten rücksichtslos an ihm vorbeischiebt verliert er.
Bucky fällt der Länge nach zu Boden und bleibt laut jammernd liegen. Einige seiner Wunden sind direkt wieder aufgegangen und brennen von neuem.
Zudem hat er sich sein Kinn aufgeschlagen.
Er weiss, dass er nicht liegen bleiben darf. Also rappelt er sich so schnell wie möglich auf, ohne dass seine Wunden noch weiter aufgehen.
Gleich darauf schnappt Steves Hand nach seinem Handgelenk und zieht ihn zu seinem Meister. Unterwürfig und beschämt stellt sich Bucky neben ihn.
Er hat seinen Meister in Verlegenheit gebracht. Weil er zu dumm war, um auf seinen Beinen zu stehen.
"Auf die Knie und zwischen meine Beine", verlangt sein Meister kühlt.
Bucky sinkt sofort auf den Boden und kriecht in die angewiesene Position. Mit gesenktem Kopf und verschränkten Fingern kniet Bucky auf dem Boden. Eingeengt zwischen den Knien seines Besitzers.
Steve beugt sich nachvorne und schiebt zwei Finger unter Buckys schmerzenden Kinn. Die Aufforderung verstehend hebt Bucky seinen Kopf und sieht zu seinem meister auf.
"Hast du dir etwas getan?", erkundigt Steve sich sanft.
"Mein Zustand ist nicht weiter beschädigt, ich bin einsatzbereit", offenbart Bucky ihm sofort.
Steve beisst sich auf den Kiefer und sieht zweifelnd auf ihn herunter. Sein Freund sitzt entspannt neben ihnen und folgt der Interaktion.
"Ich habe nicht nach deinem Zustand gefragt, sondern nach deinem Wohlempfinden. Tut dir was weh?", erwidert Steve.
Bucky schluckt und versucht wieder den Kopf zu senken. Als Steve das verhindert senkt er einfach seine Augen auf den Boden. Er ist schlecht. Er versteht nicht einmal einen einfachen Befehl.
"Die Wunden an meinem Rücken und meinen Flanken brennen. Zudem schmerzt mein Kinn. Aber es ist aushaltbar", offenbart Bucky.
"Okay. Auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn 'ich kann mich nicht mehr bewegen, weil ich nur noch Schmerzen spüren' ist, wo liegst du?", verlangt Steve zu wissen.
Bucky versucht sich auf sich zu konzentrieren. Wobei ihm das Brennen schmerzlich bewusster wird und er sich zusammenreissen muss, um nicht zusammenzuzucken.
"Sechs bis sieben?", schätzt er ein.
Steve seufzt und greift nach seinem Rucksack. Aus diesem zieht er eine Spritze heraus, was Bucky nun doch zusammenzucken lässt. Instinktiv versucht er sich aus Steves Griff zu winden, was der Blonde aber nicht zulässt.
Mit der Hand am Kinn hält Steve den Sklaven fest, während er mit dem Mund den Schutz von der Kanüle zieht. Dabei achtet er genaustens darauf, dass er die Spritze weder beschädigt noch kontaminiert.
"Alter, was tust du?", fragt der Freund von Buckys Meister entgeistert nach.
Bucky erstarrt sofort und erinnert sich an sein Training. Die oberste Priorität eines Sklaven ist es, seinen Meister gut aussehen zu lassen. Gleich dahinter bedingungslos zu gehorchen und seinem Meister zu gefallen.
Und Bucky blamiert Steve schon wieder, indem er sich gegen ihn wehrt. Wenn sein Meister ihn unter Drogen setzen will, dann muss er das zulassen.
Ganz besonders wenn jemand zuschaut.
Somit entspannt sich Bucky möglichst gut in Steves Griff und wartet auf das unangenehme Piksen. Steve führt die Nadel an Buckys Schulter, welche durch das lockere T-Shirt frei zugänglich ist, und initiiert dem Inhalt in Buckys Kreislaufsystem.
"Es ist Schmerzmittel, mehr nicht. Hast du erwartet, dass ich ihn unter Drogen setze, damit er sich ruhig verhält? Glaubst du, ich bin mein Vater?", wendet Steve sich an seinen Freund.
Dieser hebt sofort abwehrend die Hände und lacht beschwichtigend.
"Bleib Cool, ich habe mir nur Sorgen gemacht."
Steve nickt und lässt Buckys Kiefer wieder los. Der Sklave senkt sofort seinen Kopf und versucht das Zittern zu unterdrücken.
Die Last, seinen Meister blamiert zu haben, liegt schwer auf ihm. Umso härter ist es für ihn zu begreifen, dass Steve beinahe lieblich durch seine Haare fährt und seine Schädeldecke krault.
Ist er nicht wütend auf ihn?
"Tu mir einen Gefallen, Sam. Wenn ich jemals so werde, wie mein Vater. Erschiess mich auf der Stelle und ohne zu zögern", bittet Steve.
Dieser Sam grinst und versichert ihm, dass er das ohne zu grosses Nachdenken tun würde. Bucky erhält den Eindruck, dass Sam Sklaven genauso sehr schätzt, wie Steve es tut.
Steve lässt Bucky als erstes aufstehen, als sie die Schule erreichen. Bucky wartet gehorsam, bis Steve und sein Kumpel Sam aus dem Bus ausgestiegen sind, bevor er ihnen folgt.
Beinahe etwas geschockt bleibt er vor dem Schulplatz stehen. So viele Personen hat er noch nie gesehen. Nicht einmal in den Schlafräumen, in welchen alle Sklaven des Ausbildungscamps gemeinsam übernachtet haben.
Steve greift vorsichtig von hinten an die Schultern seines Sklaven. Sanft streicht er etwas auf und ab, um ihm Ruhe zu vermitteln, ohne, dass Bucky Schmerzen hat.
"Ich weiss, auf den ersten Blick erscheint es nach viel, aber du wirst sehen, es ist nicht schlimm. Du musst nur auf mich achten und darauf, keinen zu nerven. Hier sind nicht alle so freundlich mit Sklaven, wie ich es gerne hätte", führt Steve seinen Sklaven ein.
Bucky nickt unsicher und Steve geht los. Sein Sklave achtet genaustens darauf, den Radius von einem Meter nicht zu verlassen und somit immer nahe an Steve zu bleiben.
Sam geht auf der anderen Seite neben ihm her.
"Starten wir den Tag mit Chemie", seufzt Steve theatralisch.
Sam lacht und Bucky weicht einem anderen Schüler ehrfürchtig aus. Steve führt seine Begleitung in das Hauptgebäude und in den dritten Stock.
Im Klassenzimmer angekommen setzt Sam sich bereits hin, während Steve Bucky bei ihm lässt um eines der vielen Sitzkissen, welche den Sklaven zur Verfügung gestellt werden, für ihn zu holen.
Bucky versteht sofort, was es bedeutet, wenn Steve das Kissen neben dem Tisch zu Boden legt. Ohne Beanstandung lässt sich Bucky darauf sinken und bringt sich in eine ordentliche Haltung.
Knie breit, die Hände im Schoss und den Kopf gesenkt. Aufmerksam um allfällige Befehle sofort ausführen zu können.
"Du darfst dich während des Unterrichtes ruhig bewegen, sonst schlafen dir noch die Beine ein", flüstert Steve ihm zu.
Bucky nickt gehorsam, aber er möchte wenigstens in der Position bleiben, bis alle Schüler am Platz sind und die Lehrerin den Unterricht eröffnet hat.
"Sag mir nochmals deine Schmerzskala. Wie stark sind sie?", möchte Steve noch einmal wissen.
Wenn es nicht genug Schmerzmittel war, ist das die letzte Gelegenheit im weiteres zu verabreichen. In drei Minuten beginnt der Unterricht.
"Zwei", gibt Bucky ihm zu Protokoll.
Steve nickt zufrieden und setzt sich wieder aufrecht hin. Gerade kommt auch Tony herein. Im Schlepptau hat er Pepper, welche ebenfalls eine Sklavin ist.
Die blonde Frau kommt mit gehorsam gesenktem Kopf herein und setzt sich sofort neben Tonys Platz. Dieser überreicht ihr auch sofort eines der Kissen.
Tony respektiert nicht immer seine Sklaven. Genau wie Steves Vater. Aber im Gegensatz zu diesem kümmert er sich wenigstens um sie und zeigt auch eine gewisse Fairness.
Pepper sitzt direkt neben Bucky. Aus den Augenwinkeln schielt Bucky zu der Frau und mustert sie.
Sie sitzt in genau derselben, perfekten Haltung, wie er selbst. Ihre Augen sind gehorsam nach unten gerichtet und sie bewegt keinen Muskel.
Ihr blondes Haar erinnert ihn an Steve. Ansonsten nicht viel. Sie ist schlank, beinahe schon abgemagert, und sie zeigt ihre Angst vor ihrem Meister. Das sieht Bucky sofort.
Die Tür schliesst sich und eine Frau in High Heels tritt ein. Automatisch richtet Bucky sich noch ein wenig mehr auf und spannt sich an.
Auch die Sklaven neben ihm regt sich ein wenig. Doch anstelle zu der Lehrerin sieht sie ehrfürchtig zu ihrem Meister auf, welcher eine Hand in ihrem Haar versenkt.
"Herzlich Willkommen, liebe Schüler. Ich habe mir gedacht, dass wir heute einmal entdecken könnten, wie Feuer auf das Zufügen von Helium reagiert. Danach bauen wir auch noch einen selbstgemachten, kleinen Feuerlöscher", verkündet die Lehrerin.
Bucky sieht zu seinem Meister auf, welcher gelangweilt den Kopf auf die Hände gestützt hat. Sein müder Blick ist zwar nach vorne gerichtet, aber sogleich sieht auch er zu Bucky hinunter.
Erschöpft seufzend fährt Steve mit der Hand durch Buckys lange Haare. Für sich entscheidet Steve, dass er sie schneiden wird. Bucky sieht so ziemlich verwahrlost aus und das Gefällt Steve nicht.
"Holen Sie sich bitte zu zweit jeweils eines der bereitgelegten Sets hier vorne ab", bittet die Lehrerin noch.
Ehe Steve auch nur reagieren kann, ist Sam aufgesprungen und geht nach vorne, um das Set zu holen. Somit bleibt Steve am Tisch zurück.
Vorsichtig beugt er sich zu Bucky herunter und streichelt ihm einmal über den Kopf. Augenblicklich sieht Bucky auf.
Seine Treuherzigen Augen erblicken Steve und er lächelt ein wenig. Diese Geste wiederum bringt Steve zum Schmunzeln.
"Wie geht es dir?", möchte Steve wissen.
Bucky lächelt und antwortet: "Ich freue mich, mit Ihnen hier sein zu dürfen Meister. Und ich werde mein Bestes geben, Sie nicht in Verlegenheit zu bringen."
Steve nickt verstehend und richtet sich wieder auf. Just in dem Moment kommt Sam zurück und legt die Utensilien auf dem Tisch aus.
Steve sieht zu seiner Lehrerin, welche gerade das Teelicht angezündet hat. Der Blonde tut es ihr gleich, bemerkt beim Anzünden des Streichholzes aber, dass Bucky zusammenfährt.
Gleich darauf überlässt Steve das Streichholz Sam, welcher fortfährt. Währenddessen sieht Steve nach Bucky.
"Alles in Ordnung?"
Sofort nickt der Sklave und sieht zu Boden.
"Ja, Meister", flüstert er zudem ängstlich.
Als Sam dann aber den Bunsenbrenner anzündet, schreckt Bucky offensichtlich nach hinten weg. Steve reagiert augenblicklich und stoppt ihn, bevor er in Pepper donnert.
Diese sieht entgeistert zu ihm, was Bucky aber nicht sonderlich interessiert. Viel eher versucht er nicht in die Schussbahn von Steve zu geraten. Mit dem Bunsenbrenner hat er die ideale Waffe Bucky zu foltern.
"Schon okay, der Brenner wird nur für die Experimente genutzt. Für nichts anderes", versteht Steve die Sorgen seines Sklaven.
Vorsichtig sieht Bucky hoch. Gleich darauf nickt er, denn die Klarheit und das Versprechen in den Augen seines Meisters zeigen ihm, dass er die Wahrheit sagt. Vorsichtig beginnt er sich wieder zu entspannen.
Steve entfernt sich von Bucky und widmet sich wieder dem Unterricht.
Nach drei Stunden Chemie ist bereits Mittag. Steve und Sam begeben sich in die Cafeteria. Dicht gefolgt von Bucky.
"Das Bediensteten Menü findest du am anderen Ende der Mensa. Sobald du es hast, kannst du zu uns kommen, ja?", verrät Steve Bucky.
Der Sklave nickt gehorsam und geht mit gesenktem Kopf durch die Cafeteria.
Steve und Sam sehen ihm hinterher. Beide sind besorgt um Buckys Sicherheit. Diese Leute hier können Sklaven gegenüber schön zu Arschlöchern werden.
Willst du mir verraten, wie er zu dem blauen Auge gekommen ist?", hakt Sam bei Steve nach.
Der Blonde seufzt und schnappt sich ein Tablar. Sam ist direkt hinter ihm und macht es ihm nach.
"Mein Vater hat uns dabei erwischt, wie wir am Kuscheln waren. In meinem Bett", gesteht Steve.
"Was?!", ruft Sam direkt aus.
Ein paar der jüngeren Schüler sehen erschrocken zu ihnen. Steve weiss, dass sie sich vor ihnen fürchten. Gerade weil er der Captain des Footballteams ist.
"Ich hätte ihn mit ins Training nehmen sollen. Denn mein Vater und seine Arbeitskollegen haben ihn verprügelt und ausgepeitscht. Deshalb die Schmerzmittel", offenbart Steve seinem besten Freund.
Schockiert sieht Sam zu ihm. Steve erwidert den Blick kurz, dreht sich dann aber um und rückt in der Schlange auf.
